Rushhour, enge Parklücken, blendende Sonne, Regen, Nebel oder Dämmerung – die Herausforderungen im Straßenverkehr sind enorm. Unsere Augen müssen ­besonders viel leisten. Schlechtes Sehen kann lebensgefährlich werden. Alle zwei Jahre müssen Autos zur Hauptuntersuchung. Das ist für die meisten Fahrzeughalter nicht nur eine lästige Pflicht, sondern selbstverständlich, kommt es ihnen doch auf ein technisch sicheres Fahrzeug an.

Der Mensch ist aber mindestens ein ebenso großer Sicherheitsfaktor im Straßenverkehr. Ist die Sehleistung eingeschränkt, kann das schlimme Folgen haben. „Deswegen habe ich mich in meiner Zeit als Vizepräsident des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen immer vehement für den verpflichtenden Wiederholungssehtest eingesetzt. Ein Kampf, der noch heute vom Bundesverband weitergeführt wird – leider geführt werden muss, weil nichts in Sachen Verkehrssicherheit durch gute Sicht geschieht“, erklärt Jürgen Meyer, Inhaber von Cammann Optik.

Das Foto zeigt ein Auto im starken Regen

Schlechte Sicht durch schlechtes Wetter, eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit hat in diesem Fall möglicherweise katastrophale Folgen. Regelmäßige Augenprüfungen bringen Gewissheit und schaffen natürlich Abhilfe.

Die Augen nehmen neun von zehn Sinneseindrücken im Straßenverkehr auf. Mit dem Sehsinn erfassen Verkehrsteilnehmer, wie weit andere Fahrzeuge entfernt sind, ob Kinder an der Fahrbahn spielen, dass die Ampel Rot zeigt: aus diesen Beispielen kann man ablesen, wie wichtig regelmäßige Augenprüfungen nicht nur, aber besonders für Autofahrer sind. Alarmierend: Etwa 300.000 Verkehrsunfälle jährlich gehen auf das Konto mangelnder Sehleistung, schätzt der Berufsverband der Augenärzte. Wer wie gut sieht, lässt sich nur in regelmäßigen Sehtests feststellen, die passende Seh-Korrektion mit einer Brille oder Kontaktlinsen kann etwaige Defizite kompensieren.

Risikofaktor Wetter

Bei schlechtem Wetter ist auch die Sicht schlechter. Menschen mit vermindertem Sehvermögen haben dann noch größere Probleme mit der Wahrnehmung. Ihre Reaktionen verzögern sich, die Unfallgefahr steigt. Und das nicht erst im grauen Herbst …

Unfallursache Mensch: Zahlen und Fakten (Quelle Kuratorium Gutes Sehen)

  • Der Mensch verursacht 90 Prozent aller Verkehrsunfälle
  • Von den mehr als 2,5 Millionen Verkehrsunfällen im Jahr 2015 auf Deutschlands Straßen war fast jeder neunte Unfall eine Folge von Seh­defiziten
  • Bei einer Kurzsichtigkeit von -1 ­Dioptrien beträgt die Sehleistung statt 100 nur 25 Prozent. Das ist etwa ein Drittel dessen, was beim Führerscheinsehtest gefordert wird
  • Wer schlecht sieht, reagiert langsamer. Wenn ein Fahrer bei ­Autobahntempo 130 eine Gefahr nur eine Sekunde zu spät erkennt, tritt er rund 36 Meter später als normal aufs Bremspedal
  • Blendung löst zwei Drittel aller ­witterungsbedingten Verkehrsunfälle aus. Bei älteren Menschen ist das Risiko, kurzzeitig „blind“ durch Blendung zu sein, zwei- bis dreimal so hoch wie bei jüngeren. Leidet ein Autofahrer an einer Linsentrübung (Grauer Star), dauert es sogar sechsmal so lange

„Auch deshalb plädieren wir an unsere Kunden, sich regelmäßig die Augen prüfen zu lassen. Wir haben diesbezüglich sehr gute Erfahrungen gemacht und freuen uns, wenn unsere Kunden kurz mal zum Sehtest vorbei kommen. Meistens ist dann die Sehleistung noch in Ordnung, und das ist auch gut so. Für alle und für die Sicherheit im Straßenverkehr“, sagt Meyer.

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