71 Prozent der Deutschen sprechen sich für verpflichtenden Wiederholungssehtest aus

Auf Grund schlechter Wetterverhältnisse und mangelnder Sicht steigt im Herbst das Unfallrisiko im Straßenverkehr. Kommen noch Sehdefizite hinzu, kann das für alle Altersgruppen gefährlich werden. Verpflichtende Wiederholungssehtests gibt es in Deutschland nicht, obwohl 71 Prozent der Bevölkerung diese begrüßen würden. Deshalb sollten Verkehrsteilnehmer ihre Augen selbstverantwortlich testen lassen, lieber einmal mehr als einmal zu wenig: denn eine Fehlsichtigkeit entsteht und wächst unmerklich und schleichend.

Das Foto zeigt ein Auto im starken Regen

Der Himmel ist grau, die Tage werden kürzer – wir wollen Ihnen nicht die (Sommer-)Laune verderben, aber der Herbst steht bald schon vor der Tür – denken Sie jetzt einen Schritt voraus.

Er macht Lust auf lange Spaziergänge und bringt bunte Laubwälder, aber auch zunehmend Dunkelheit, rutschige Fahrbahnen, Regen und Nebel. Das macht vor allem Autofahrern zu schaffen. Kommt eine Sehschwäche dazu, wird es riskant: „Bei einer unkorrigierten Kurzsichtigkeit von nur einer Dioptrie fällt die Sehleistung von 100 Prozent auf ein Viertel. Das ist etwa drei Mal weniger als beim Führerscheinsehtest gefordert“, erklärt Prof. Wolfgang Wesemann, ehemaliger Direktor der Höheren Fachschule für Augenoptik (HFAK) in Köln.

Wer schlecht sieht, reagiert langsamer!

Wer schlecht sieht, reagiert langsamer! Bremst ein Fahrer bei 50 km/h nur eine Sekunde zu spät, legt er in dieser knappen Zeit sage und schreibe14 Meter zurück. Das können im Straßenverkehr sehr schnell 14 Meter zu viel sein!

Sehschwächen beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit junger und alter Menschen im Straßenverkehr gleichermaßen. Besonders Kinder sind gefährdet. Auf Grund ihrer Größe sind sie schlecht zu sehen. Sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht richtig einschätzen und reagieren viel langsamer als Erwachsene. Eine zusätzliche Einschränkung durch schlechtes Sehen kann im Straßenverkehr gefährlich werden. Auch junge Erwachsene sollten ein Auge auf ihre Sehleistung haben: Heutzutage werden nahezu ein Drittel aller Kurzsichtigen erst im jungen Erwachsenenalter fehlsichtig. Der Führerscheinsehtest liegt da meist schon Jahre zurück. Zu einem Wiederholungssehtest sind Alltagsfahrer nicht verpflichtet, obwohl das laut Allensbach-Studie die deutliche Mehrheit der Befragten befürwortet. Ab dem vierzigsten Lebensjahr lässt die Sehleistung auf Grund des Alters nach. Viele Betroffene merken zunächst nicht, dass sie den Straßenverkehr nicht mehr so sicher wahrnehmen wie erforderlich. Doch viele ahnen es: Ein Viertel aller Kraftfahrer mit Brille und 16 Prozent aller Kraftfahrer ohne Brille zweifeln selbst daran, dass ihre Sehleistung noch ausreicht.

Naheliegende, einfache Lösung

Die Lösung des Problems ist so naheliegend wie einfach: Eine Augenprüfung bringt Gewissheit, wie es um die Seh-Leistungsfähigkeit der eigenen Augen bestellt ist. Falls nötig, verhelfen Brille und/oder Kontaktlinsen zum guten und sicheren Sehen.

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